Heute mal ein externer Blogbeitrag unseres neuesten Erdbeermädels Franziska, das offiziell erst im Sommer zu uns stößt. Hier ihr Bericht zum ersten Kontakt mit der Erdbeerlounge:
Stille. Meine innere Stimme schweigt. Sie, die doch sonst immer was zu sagen hat, in diesem Moment lässt sie mich einfach im Stich! Ich sitze mitten im Vorstellungsgespräch. Frau …, nennen Sie uns doch noch drei Gründe, warum wir Sie nicht nehmen sollten. Au weia, anderthalb Gründe fallen mir spontan ein. Ein stichhaltiger Grund ist schnell gefunden — ich habe eben noch keine praktischen Erfahrungen gesammelt. Einen halben Irgendwas-musst-du-jetzt-sagen-Grund bringe ich noch gequält hervor — dass ich manchmal halt eher ´ne ruhige Natur bin. Die fehlenden anderthalb Argumente, warum man mich bloß nicht einstellen sollte, lassen auf sich warten. Wir haben ja Zeit, Frau …, wir bleiben einfach so lange hier sitzen, bis Ihnen noch was einfällt. Bumms! Jetzt hat sich meine innere Stimme vollends ins Nirwana verabschiedet und mein Kopf wird luftleerer Raum. Mensch, Franzi, Du hast genug Schwächen. Denk nach! Warum sollten Sie mich nicht einstellen…. (der offensichtlichste Grund liegt auf der Hand, mag mir aber in diesem Moment partout nicht einfallen: nämlich dass mir in Situationen wie diesen manchmal einfach nichts einfällt! Das nennt man wohl mangelnde Spontaneität. Immerhin liefere ich so eine nonverbale Vorstellung dessen, was ich in diesem Moment in Worte fassen sollte).
Dabei lief es ja bis jetzt eigentlich gar nicht übel. Zuversichtlich und guter Dinge trat ich zum Vorstellungsgespräch in der Erdbeerlounge an. Mensch, ganz anders als ich mir das vorgestellt habe, denke ich. Hier geht´s ja zu wie im Taubenschlag. Überall sitzen junge Leute an Computern und es herrscht emsige Betriebsstimmung. Zum Gespräch geht´s in einen kleinen Nebenraum und alles läuft ganz locker an. Ich entspanne mich… nett ist es hier!
Doch Vorstellungsgespräch wäre nicht Vorstellungsgespräch, wenn nicht doch kleine Stolpersteine darauf warteten, sich mir plötzlich hinterlistigst vor die Füße zu werfen. Ich war ja auf einiges mental eingestellt, aber die folgende Aufgabe trifft mich unvorbereitet… Stellen Sie sich vor, vernehme ich, Sie haben die Idee zu einer Hundecommunity und wollen diese möglichst bald ans Laufen bringen. Überlegen Sie sich nun erstens wie groß Ihre Zielgruppe ist, zweitens welche Planungsphasen und Maßnahmen notwendig sind, bevor sie online gehen können und welchen Zeitraum Sie dafür veranschlagen würden! Und zu guter Letzt denken Sie sich aus, über welche Features Ihre Hundecommunity verfügen soll. Sie haben zehn Minuten Zeit, wir sind dann mal weg!
Ruhig bleiben, sage ich mir, kein Grund zur Panik. Erstmal Brainstorming. H-u-n-d-e-c-o-m-m-u-n-i-t-y. Alles klar, Hundecommunity. Ich begebe mich an den Flipchart und beginne, mir Stichpunkte zu machen (die Übersichtlichkeit meiner Niederschriften lässt derweil zu wünschen übrig. Ich hoffe inzwischen, dass mir dies als kreative Chaos-Methode positiv ausgelegt wird). Gefühlte drei Minuten später darf ich die Ergebnisse meiner Überlegungen präsentieren. Nun ja, meine Schätzungen über das zahlenmäßige Ausmaß meiner Zielgruppe scheinen offensichtlich nicht zu überzeugen. Wie viele Hundebesitzer gibt es verdammt nochmal in Deutschland?! Hilfe! Schnell zum nächsten Punkt übergehen. Planungsphasen, kein Problem, schon tausendmal gemacht…. Naja, eher nicht. Trotzdem, ich gebe mein Bestes und versuche inzwischen, in den Gesichtern meiner Gesprächspartnerinnen zu lesen. Doch ich kann mich einfach nicht entscheiden, ob ich dort Skepsis, Wohlwollen oder einfach nur professionelle Neutralität erkenne. Egal, denke ich mir, nicht verunsichern lassen, weiter im Text. Sicheres Auftreten bei völliger Ahnungslosigkeit, das ist doch das A und O! Zum Schluss lege ich also noch dar, welche Features ich mir für meine Hundecommunity vorstellen würde. Wie wär´s mit einem Frag-den-Hundeexperten-Feature oder der Möglichkeit, virtuelle Hundekuchen zu verschicken? Gut, die wirklich zündende Idee ist mir in den zehn Minuten (noch) nicht gekommen, aber Rom ist schließlich auch nicht an einem Tag erbaut worden.
Wie das so ist, hinterher weiß man immer mehr. Auf der Heimfahrt fallen mir zig Dinge ein, die ich hätte sagen wollen und sollen. Ich versuche, mich davon zu überzeugen, dass Eigen- und Fremdwahrnehmung ja Gott sei Dank selten übereinstimmen. War vielleicht gar nicht so schlecht, lass die Grübelei, meldet sich nun plötzlich wieder meine innere Stimme. Na super, denke ich, jetzt auf einmal! Wo warst du denn gerade, als ich dich gebraucht hab? Jetzt hab ich aber einen gut, heut´ abend verdrückst Du Dich nicht einfach. Schließlich habe ich noch eine Aufgabe gestellt bekommen: eine Arbeitsprobe muss her zum Thema Germany´s Next Topmodel. Das trifft sich gut, denn das stand heute abend ganz zuuufällig sowieso auf dem Plan. So langsam finde ich Gefallen an der Sache. Jetzt kann ich ganz offiziell von mir behaupten, aus Gründen der Recherche fernzusehen! Also wenn das so ist, auf zum nächsten Brainstorming! Da ist die Inspiration doch gleich eine ganz andere als bei Hundebesitzerzahlen…